Thank you, Waris

Thank you, Waris, for bringing me back.

Heute war ich im Kino und habe “Wüstenblume” geschaut, den Film, in dem Waris Diries erster Roman verfilmt wurde.

Wer mich ein bisschen kennt, weiß, dass mir ihre Geschichte so viel bedeutet, weil es der erste Schicksalsroman war, der mich auf ein aktuelles Menschenrechtsthema aufmerksam machte und letztendlich der Grundstein für mein ernsthaftes Interesse an sozialen Themen, also einen Großteil meiner Entwicklung ausmacht. Seit ich ihre ersten beiden Bücher mit 12 las, war ich also für das Thema FGM sensibilisiert und spätestens seit ich mich mit 16 mit dem Thema vertieft beschäftigt habe, ist Waris Dirie mein Vorbild, eine starke Frau, die ich bewundere.

Natürlich stand ich dem Film ein wenig kritisch gegenüber, weil das ja immer so ist, bei Lieblingsbüchern, die verfilmt werden. Doch da ich wusste, dass Waris den Film unterstützt hat und sicher auch dafür gesorgt hat, dass er gut wird, ging ich mit positiven Erwartungen ins Kino.

Ich wurde auch nicht enttäuscht, der Film hat alles, was sein muss. Die wichtigsten Aspekte ihrer Geschichte kommen vor, nur Kleinigkeiten sind angepasst oder verkürzt dargestellt worden, er ist humorvoll und durch den Weg vom Wüstenkind zum Topmodel hat er sogar Hollywoodqualitäten. Die Darstellerin der erwachsenen Waris, Liya Kebede, ähnelt der echten Wüstenblume wirklich sehr und spielt hervorragend. Und das Wichtigste ist: Er berührt und seine Botschaft, der Appell an alle Zuschauer, kommt eindeutig rüber.

Eine Stelle war schon hart für mich, nämlich die der eigentlichen Verstümmelung, doch mit Augen und Ohren zuhalten habe ich sie auch überstanden. Und das ist gut für mich, wo ich sonst schon heule, wenn ich die Stelle nur lese oder höre, so real verfilmt ist sie doch wirklich grausam... aber das muss leider sein, für die Zuschauer, die erst durch solch schockierende Szenen wachgerüttelt werden können.


Jedenfalls hat mich der Film mal wieder zu den Ursprüngen meiner Überzeugungen zurückgebracht. Danach war mir wieder ganz klar, wofür es sich zu kämpfen lohnt und was ich eigentlich immer wollte.

Und er hat mich nicht bedrückt, wie es sicher für die ist, die zum ersten Mal davon hören und wie es auch für mich war, als ich zum ersten Mal darüber las, er hat mich bestärkt in meiner Kämpferseele

Ich hatte das Gefühl, wieder fest auf dem Boden zu stehen, mein Selbstmitleid, die Zweifel und nostalgischen Gedanken der letzten Zeit über Bord werfen zu können und optimistisch in die Ferne zu blicken. Ich glaube wieder, dass ich es schaffen kann und ich weiß auch wieder mehr, was ich will.


Darum sage ich noch mal danke zu dieser großartigen Frau, die mir so viel bedeutet und der ich so viel zu sagen hätte, wenn ich sie mal treffen würde, obwohl ich wohl vor Glück kein Wort herausbekäme.

 

 

Ach ja, wir haben auch endlich einen großen Rucksack für mich gekauft, es kann jetzt also quasi losgehen in die große weite Welt...

Heute war ein erfolgreicher Tag.

 

Meine Filmempfehlung lautet also: Wüstenblume ! Am liebsten im Original (besser mit Untertiteln), also Desert Flower

Wem das nichts ist, der könnte ja auch die Bücher lesen.

 

Ansonsten habe ich gerade auch noch einen Film gesehen, der aus einer ganz anderen, nämlich der leichten Unterhaltungsecke, kommt: „Julie & Julia “ mit Meryl Streep. Den fand ich auch am besten im Original und er ist gut, wenn man offen ist für ein paar Albernheiten. Meryl Streep hatte jedenfalls ganz offensichtlich Spaß beim Dreh und konnte sich in ihrer Rolle der schrillen, leicht skurrilen 50er Jahre Lady und Kochbuchautorin Julia Child richtig austoben.

 

Ich wünsche euch eine entspannte Restwoche,

 

freefeeling7

16.9.09 23:58

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


moni (17.9.09 19:29)
dank deiner beschreibung werd ich mir den film bald mal anschauen gehen habs buch nciht gelesen, aber naja bin mal gespannt.
:-*